Realität ist relativ

...und sie ist individuell. Sie ist keine Konstante und auch keine für jeden gleich erlebte Gemeinsamkeit.

Dieser freie Artikel befasst sich mit diesem erstaunlichen und doch so alltäglichen Thema.

Er ist eine Erweiterung des Beitrags zum Thema Informationsmedizin und beschreibt im erweiterten Sinn auch, warum nicht alle Therapien - egal ob solche aus der Fach- oder aus der Komplementär-Medizin - bei jedem Menschen gleich wirksam sind oder besser, nicht gleich wirksam sein können...weil nicht zuletzt auch Sie, ja Sie, der Sie gerade diesen Text lesen einzigartig sind! :)

Was haben Leben, Magnetismus und Psyche gemeinsam?

Freilaufender MenschEs sind nur drei vergleichsweise einfache und bekannte Beispielphänomene aus unser aller Realität, die sich in Teilen oder im Ganzen erfolgreich unserer Wahrnehmung und unserem Verstand entziehen.

In allen Fällen kann man aufgrund der wahrnehmbaren Auswirkungen problemlos davon ausgehen, dass diese Phänomene real sind. Es existieren eine Reihe von Theorien und Anwendungsmodelle, die sich in der Praxis erfolgreich ebenso beweisen wie sie sich ein- und umsetzen lassen. Eine exakte, die Ursachen oder Ursprünge dieser Phänomene bis ins allerletzte Detail erhellende Erklärung gibt es aber nicht.

Schauen wir etwas genauer hin:

  • Leben :: Der Unterschied zwischen Leben und Tod ist offensichtlich.Doch egal wie tief man in den Organismus vordringt, dass was diesen Organismus lebendig macht, also das "Leben" an sich, ist nicht zu erfassen.
  • Magnetismus :: Grob gesprochen, basiert und funktioniert unsere Technologie überwiegend auf der Basis des praktisch angewandten Magnetismus. Doch warum die Magnetkraft genau das tut was sie tut ist auch für Physiker ohne quantenmechanische Kenntnisse schwer zu erklären.
  • Psyche :: Psychologie, Psychotherapie und Hypnotherapie, aber auch so therapieferne Einsatzbereiche wie Rhetorik, Politik und Werbung basieren auf dem was man bislang über die Psyche bzw. deren Redaktionsverhalten und Auswirkungen auf den Körper in Erfahrung gebracht hat. Doch wo Ursprung und Lage der Psyche, der Seele , des Verstandes im Körper zu finden sind, darüber gibt es nur diverse religiöse und wissenschaftliche Theorien - keine Fakten.

Noch weiter verkürzt ausgedrückt heißt das, dass man nicht zufriedenstellend beantworten kann...

  • ... warum das Leben lebt
  • ... was die Magnetkraft zu dem macht was sie ist
  • ... was und wo die Psyche ist

Realität entsteht durch Information

In Ergänzung zum Beitrag über das Thema Informationsmedizin können wir festhalten, dass Information, in welcher Form auch immer, eine grundlegende Begleiterscheinung, wenn nicht die Voraussetzung für die zuvor genannten Phänomene und damit für die Realität ist.

Realität ergibt sich nur aus den Veränderungen und den Informationen die wir darüber empfangen. In Isolationstests konnte ermittelt werden, das, wenn alles immer exakt gleich bleibt, wir innerhalb kürzester Zeit das Bewusstsein für den Zeitverlauf verlieren und unser Verstand beginnt - je nach Fantasiebegabung umso detailierter - sich "im Kopf" eine eigene Realität auszumalen und darin zu leben.

  • Es gibt keine Materie an sich.“, Max Planck
  • Information ist eine Veränderung konkreter Quantität und Dauer.“, Peter Rüdiger
  • Information bestimmt das Verhalten der Materie.“
  • Information ist, was jetzt anders ist.“ John Bogart
  • Information vermittelt einen Unterschied.“ Wikipedia

Das ist zugegebenermaßen alles ziemlich "schwammig".

Aber nicht zuletzt unsere heutige Informations- und Mediengesellschaft, in der beliebige Informationen in Sekundenbruchteilen nahezu von jedermann über die ganze Welt verteilt werden können, ist ein gutes Beispiel dafür, dass eben genau diese Informationen, also diese "Benachrichtigungen darüber was jetzt anders ist als vorher", auf eine Weise verteilt werden können, die vor Jahrzehnten noch völlig unrealisierbar und vor einem Jahrhundert völlig absurd für das technisch-wissenschaftliche Verständnis war.

Was jeder einzelne Mensch als Realität empfindet und wahrnimmt, wie er/sie also die unablässig auf die Sinne einströmenden Informationen der Umwelt interpretiert, ist in den entwicklungsgeschichtlich ältesten und damit vorrangig lebenserhaltenden Bereichen bei allen Menschen gleich.

So ist beispielsweise die Wahrnehmung bzw. Bewertung der Information "Schmerz" je nach Kulturkreis zwar durchaus unterschiedlich, aber die möglicherweise akut nötigen Schutzreaktionen auf diese Information als solche kennen - von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen - alle Menschen oder besser, alle komplexeren Lebewesen.

Aus der Hirnforschung wissen wir inzwischen, dass es unserem Verstand im ersten Moment egal ist, ob beispielsweise eine bestimmte Information nun tatsächlich real ist oder beispielsweise einer Erzählung, einem Film oder einer Computersimulation entstammt. Der Zusammenhang in dem diese Information aufgenommen und die Art und Weise wie diese dann interpretiert wird führen anschließend zu entsprechenden körperlichen und/oder geistigen Reaktionen.

Anders ausgedrückt, wer sich im Fernsehen Krimis ansieht wird wegen den wahrgenommenen Verbrechen wohl kaum die Polizei rufen. Wie allerdings der Fußgänger draußen vor dem mit Vorhängen verhängten Fenster den Schrei des unsichtbaren TV-Opfers interpretiert kann völlig anders aussehen! Zimmerlautstärke hat also auch Vorteile ;)

Das persönliche Erleben hat ebenso wie das informiert werden über eine positive Situation messbar bessere körperlich geistige Auswirkungen als die gleichen Erlebnisreaktionen aufgrund negativer Informationen.

Die mentale Gleichbehandlung (im Sinne der Auslösung einer erwünschten körperlichen Reaktion) von tatsächlich Erlebtem und reiner Vorstellung ist nicht zuletzt eine der wichtigsten Grundlagen und Behandlungsansätze der Hypnotherapie!

Was ist Realität...und wann?

Wir können uns problemlos darauf einigen, dass Sie gerade diesen Text lesen.
Ebenfalls klar ist, dass dieser Text in deutscher Sprache geschrieben wurde.

Auch ob Sie diesen Text nun in ausgedruckter Form in der Hand halten oder ihn in elektronischer Darstellungsweise auf dem Bildschirm betrachten ist (zumindest für Sie persönlich) offensichtlich.

Über die Frage, ob wir beide genau diese Situation hier nun in der allgemein akzeptierten Realität oder in einem persönlichen Traum erleben, ließe sich aber bereits trefflich diskutieren und das auch, wenn man kein australischer Aborigine ist und das aktuelle Leben als Existenz in der Traumzeit ansieht.

Die niedergeschriebene Information ist immer die Gleiche, doch egal wie viel Mühe ich mir gebe mich allgemein verständlich auszudrücken, es bleibt immer eine gewisse Restmenge an Informationen, die für Sie als Betrachter entweder keinen oder nur sehr wenig Sinn ergeben.

Realität ist was wir wahrnehmen...jedenfalls mehr oder weniger.
Denn das was wir wahrnehmen ist nicht immer auch die Wirklichkeit. Davon können ganz besonders Polizeibeamte im Zusammenhang mit Zeugenaussagen ein Lied singen.

Ein paar Beispiele:

OptikWeltsichtTemperaturSinneskopplungAmor&PsycheErinnerung
Steckt man einen längeren Stab zur Hälfte ins Wasser, erscheint es optisch so, als hätte der Stab plötzlich einen Knick oder wäre gebrochen.
Selbst in testweise angefertigten Fotografien würde sich dieser Eindruck bestätigen - doch wäre die Interpretation des gesehenen trotzdem falsch.
Beobachtet man den Verlauf der Sonne geht sie immer im Osten auf und im Westen wieder unter, tatsächlich ist es aber die Erde die sich dreht - die Interpretation dieser Wahrnehmung ist also verkehrt ...und bekanntermaßen hat es eine ganze Weile gedauert bis sich dieser Irrtum und dessen Korrektur in der Gesellschaft durchgesetzt hatten.
In einem leeren, klimatisierten Raum herrscht immer die gleiche Zimmertemperatur.
Dennoch wird die Umgebungstemperatur beispielsweise dann geringer empfunden und geschätzt wenn die Wände in Blautönen gestrichen sind oder wenn man selbst deutlich zu wenig geschlafen hat.
Für einen sehenden Menschen können gewohnte Speisen den Geschmack verlieren, wenn sie mit verbundenen Augen oder in einem vollkommen verdunkelten Raum eingenommen werden - eine bestimmte Wahrnehmung kann also sogar von einer anderen Wahrnehmung abhängen.
Ein glücklicher, vielleicht frisch verliebter Mensch hat generell eine völlig andere Stimmungslage und Wahrnehmung von seiner Umwelt als ein "Normalbürger" - egal um welchen Sinneseindruck oder um welche Verstandesleistung es geht.
Glücklich zu sein hat (nüchtern gesehen) also durch die entsprechende Hormonlage durchaus gesundheitliche Vorteile ;)
Entsprechend platzierte Zusatzinformationen können im Rahmen einer Befragung Informationen "aus dem Nichts" erzeugen.
Versuchspersonen wurde ein Film gezeigt, in dem zwei Fahrzeuge aus entgegengesetzten Richtungen kommend auf einander zu fuhren und dann zusammen stießen. Die geschätzte Geschwindigkeit beim Aufprall war höher, wenn man in der Fragestellung die Formulierung "bei welcher Geschwindigkeit krachten die Wagen zusammen?" anstelle von "bei welcher Geschwindigkeit berührten sich die Fahrzeuge?" verwendete.
Ebenso wurden entsprechende Angaben gemacht, wenn der Interviewer nach der Geschwindigkeit der Fahrzeuge beim passieren einer (im Film aber nicht vorhandenen) Scheune fragte.

Realität - das Ergebnis einer individuellen Interpretation

...und zwar einerseits, von dem was uns die Sinne vermitteln und andererseits, was der Verstand unter Rückgriff auf Erfahrungen und Vorstellungskraft daraus macht. Und gerade weil das so ist, liegen zwischen Fakten und Wahrnehmungen oftmals Welten.

Doch nicht nur Kriminalisten, Lehrer und Schadensprüfer haben ihre liebe Not damit die Wahrheit hinter einer Information zu ermitteln. Auch für die Angehörigen der Heilberufe ist es eine tägliche Herausforderung, aus den Angaben ihrer Patienten auf die jeweilig passende Erkrankung zu schließen.

Und welchen Wert was hat dieser Beitrag nun für Sie, der/die sie bis hierhin tapfer weiterlasen?
Nun, vielleicht haben Sie jetzt einen ersten Eindruck davon, dass an dem Satz "Es ist nicht das wonach es aussieht!" manchmal wirklich mehr dran sein dürfte als man denkt. ;)

Und vielleicht wird Ihnen auch etwas klarer, dass kaum etwas von dem was wir mit unseren Sinnen aufnehmen, wirklich in der Summe immer einen allgemeingültigen Sinn ergibt.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

von Alexander Schoenhoff, HP

Heilpraktiker, Dozent, Coach, Mediendesigner, Autor ...und Mensch mit entsprechenden Kurven, Ecken und Kanten. :) Liebt heilen nicht weniger als helfen und lehren mindestens ebenso wie lernen.

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