HEILPRAXIS SCHOENHOFF

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Schafft das Denken das Ich?

von Alex­an­der Schoe­n­hoff, HP

Denke ich oder werde ich gedacht?

Cogi­to ergo sum” – “Ich den­ke, also bin ich”, das ist die all­ge­mein bekann­tes­te phi­lo­so­phi­sche Erkennt­nis von René Des­car­tes
Zu die­ser beein­dru­ckend kom­pri­mier­ten Schluss­fol­ge­rung kam er 1637.

Gut, das ist schon eine Wei­le her und damals waren auch Hexen­ver­fol­gung und der Drei­ßig­jäh­ri­ge Krieg ziem­lich aktu­el­le The­men in Mit­tel­eu­ro­pa, aber so als gene­rel­len Aus­gangs­punkt für die fol­gen­den Betrach­tun­gen und Gedan­ken­spie­le las­sen wir das jetzt ein­fach mal ste­hen.

Machen wir zur Ein­stim­mung einen klei­nen Ver­such:

Schlie­ßen Sie für eine Wei­le die Augen,
     gehen Sie in sich
          und ach­ten Sie ein­fach mal dar­auf
     was in Ihrem Inne­ren geschieht
WAS füh­len, hören und was sehen Sie?

“Mit geschlos­se­nen Augen sehen…“
Bild: soka­ei­ko, pixelio.de

Die meis­ten Men­schen erle­ben an die­ser Stel­le das spon­ta­ne Auf­stei­gen mehr oder weni­ger inter­es­san­ter Gefüh­le und Gedan­ken, kom­plet­ten Aus­sa­gen irgend­wo zwi­schen Fas­zi­na­ti­on und Ableh­nung und ein­zel­nen umher huschen­den Fet­zen davon.

Bil­der, Erin­ne­run­gen, Fan­ta­sien und Pro­gno­sen huschen umher und sind eben­so schwer zu ver­scheu­chen wie ein Schwarm Mücken beim som­mer­li­chen Grill­abend am See.

Aber kei­ne Sor­ge, die­ses “Cha­os” ist auch im psy­cho­lo­gi­schen Sinn nor­mal, es sei denn Sie prak­ti­zie­ren seit lan­gem erfolg­reich Yoga oder Medi­ta­ti­on, dann könn­te jetzt wirk­lich “Funk­stil­le” herr­schen…“könn­te, muss aber nicht” wie der berühm­te west­fä­li­sche Phi­lo­soph unse­rer Tage Rüdi­ger Hof­mann zu sagen pflegt.

Aber WER spricht oder “sen­det” da und zwar mehr oder weni­ger pau­sen­los? Sind das wirk­lich SIE?
Ist das, was da in Gedan­ken abläuft, wirk­lich immer so ast­rein, poli­tisch kor­rekt, hin­ter­ge­dan­ken­frei nett und von gan­zem Her­zen die urei­ge­ne Über­zeu­gung?

Oder ist das je nach Situa­ti­on immer nur ein bestimm­ter Teil der eige­nen oder gar einer eher unbe­kann­ten, viel­leicht sogar gänz­lich unsym­pa­thi­schen Per­sön­lich­keit der/die sich da äußert? Hat viel­leicht jeder von uns irgend­wo tief in sich ver­bor­gen ein gan­zes Rudel “inne­rer Schwei­ne­hun­de” auf der Lau­er lie­gen?

Spielt man nun schon mit die­ser leicht bizar­ren Vor­stel­lung lässt sich der Faden auch wei­ter spin­nen:

  • Wie viel von dem was da in mir wirkt und arbei­tet stammt auch von bzw. aus mir selbst?
  • Wel­cher von den eige­nen Gedan­ken stammt in Wirk­lich­keit von den ((Ur-)Groß-)Eltern, Freun­den, Kol­le­gen, der Schu­le oder aus den Medi­en?
  • Was habe ich ererbt, was gelernt, was erlebt und was wirk­lich ver­stan­den?
  • Was weiß ich aus eige­ner Erfah­rung und was glau­be ich nur zu wis­sen?
  • Was an per­sön­lich unbe­kann­tem hat man mir als rich­tig hin­zu­neh­men und zu akzep­tie­ren bei­gebracht?
  • War­um sehen ande­re die Welt und die Din­ge dar­in nicht so wie ich?

Ein­mal in die­se alles infra­ge stel­len­de Gedan­ken­welt ein­ge­taucht, wird einem recht schnell bewusst, dass die Welt wie man sie ganz indi­vi­du­ell erlebt, genau das ist – ein ganz und gar indi­vi­du­el­les, ein­zig­ar­ti­ges Erleb­nis. Für jeden von uns.

Von Wil­li­gis Jäger stammt fol­gen­der Gedan­ke:
Wir sind nicht Men­schen, die spi­ri­tu­el­le Erfah­run­gen machen, son­dern spi­ri­tu­el­le Wesen, die mensch­li­che Erfah­run­gen machen”.

Wir sind dem­nach zwar im Moment und damit ziem­lich offen­sicht­lich kör­per­lich prä­sen­te Men­schen. Wir sind aber weit dar­über hin­aus­ge­hend vom Ursprung her spi­ri­tu­el­le Lebe­we­sen, sind also weni­ger vom mate­ri­el­len Kör­per als vom Spi­ri­tus, dem Geist oder bes­ser der “leben­di­gen See­le” geprägt und gesteu­ert.

Den Bibel­kun­di­gen sei an die­ser Stel­le, neben einem herz­li­chen Gruß, ver­si­chert, dass ich den Begriff SEE­LE ganz bewusst nicht im alt­tes­ta­men­ta­ri­schen Sinn als Syn­onym für den Kör­per ver­wen­de, son­dern im popu­lä­re­ren, phi­lo­so­phi­schen Sinn, als die eine, unzer­stör­ba­re Kraft, die ein belie­bi­ges Lebe­we­sen zu dem ein­zig­ar­ti­gen Indi­vi­du­um macht das es ist.

Und das gilt – für mich – bei Makre­len eben­so wie bei Miet­ze­kat­zen, bei Men­schen eben­so wie bei Maul­wurfs­gril­len.

Klingt alles ziem­lich kom­pli­ziert und für so man­chen viel­leicht auch viel zu eso­te­risch, ist aber im Grun­de leicht zu ver­ste­hen: 
“See­le und Kör­per ist wie Hand und Hand­schuh” – ein­fach, oder? Wenns Ihnen bes­ser gefällt geht auch: “…ist wie Hard- und Soft­ware

Zwar ent­stam­men wir oder genau­er unser Dasein und das Uni­ver­sum um uns her­um – den ein­schlä­gi­gen Reli­gio­nen nach – alle dem einen gro­ßen Geist, wie auch immer der für den Ein­zel­nen hei­ßen oder sich dar­stel­len mag, aber es ist und bleibt den­noch eine ganz indi­vi­du­el­le Sache genau das zur Kennt­nis zu neh­men und in der Pra­xis umzu­set­zen. Oder eben auch nicht.

Und das erklärt doch schon so eini­ges in der Welt:
was für den einen wun­der­voll ist, muss es für den nächs­ten noch lan­ge nicht sein. Viel­leicht schät­zen Sie einen 120 Kilo­me­ter Wochen­end­ma­ra­thon oder eine def­ti­ge Schweins­kopf­sül­ze? Ich jeden­falls bin für bei­des nicht zu begeis­tern.

Was ist wichtiger: Verstand oder Unterbewusstsein?

oder “Und? Wie viele Gedanken können Sie denn so gleichzeitig denken?

Zunächst ein­mal emp­feh­le ich, ent­ge­gen der Mei­nung von Mon­sieur Des­car­tes, den hoch­ge­lob­ten und uns angeb­lich vom Tier unter­schei­den­den Ver­stand mit etwas mehr Nüch­tern­heit betrach­ten – der ist gar nicht so toll wie er uns im Wach­zu­stand ziem­lich erfolg­reich ein­re­det!

Wie­so? Nun, ver­su­chen Sie doch mal alle ansons­ten von selbst ablau­fen­den und eher vom Unter­be­wusst­sein gesteu­er­ten Kör­per­funk­tio­nen ganz bewusst zu über­neh­men, zu steu­ern und zu koor­di­nie­ren – das wird nichts wer­den!
Kei­ne nor­ma­le Atmung, kei­ne Ver­dau­ung, kein Kreis­lauf, kein Sinn für Hun­ger und Sät­ti­gung. Selbst der bril­lan­tes­te Ver­stand ist damit gna­den­los über­for­dert.

Für alles wirk­lich wich­ti­ge, das uns als leben­di­ge Men­schen aus­macht und seit unse­rer Ent­ste­hung sowohl als Art als auch als Ein­zel­we­sen am Leben hält, ist der Ver­stand in der Tat eher unwich­tig, ja gele­gent­lich sogar hin­der­lich. Was sich evo­lu­tio­när bewährt hat läuft von selbst.

Ein ein­fa­ches Bei­spiel hier­für: Stein­zeit, Sams­tag kurz vor 16:00 Uhr, plötz­lich Höh­len­bär oder Säbel­zahn­ti­ger von links = FLÜCH­TENJETZT!

Die­sen ultra­kurz geschal­te­ten Auto­ma­tis­mus, den wir übri­gens noch heu­te besit­zen und trotz inziw­schen absen­ten Säbel­zahn­ti­gern und Höh­len­bä­ren bis zum gepfleg­ten Bur­nout kul­ti­vie­ren kön­nen, gab es lan­ge bevor wir den Schnür­schuh und die dop­pel­te Buch­füh­rung erfan­den; und das war und ist auch gut so.

Ein intel­lek­tu­ell-spi­ri­tu­el­ler Jetzt­zeit­mensch, der sich zunächst in Ruhe und nach inne­rer Samm­lung mit den Mög­lich­kei­ten einer gewalt­frei­en Kom­mu­ni­ka­ti­on und einer bewusst licht- und lie­be­vol­len Inter­ak­ti­on mit die­sen wun­der­ba­ren Wesen beschäf­tigt hät­te, dürf­te in der erd­ge­schicht­li­chen Früh­zeit kei­ne nen­nens­wer­te Lebens­zeit auf­ge­wei­sen haben. Was eben die­se Denk­wei­se zwin­gend zu etwas moder­nem macht.

Viel­leicht ist das auch eine Erklä­rung dafür, war­um sich man­che Ideen und Theo­rien zur Erklä­rung des Uni­ver­sums, der Welt und dem Men­schen dar­in erst ent­wi­ckel­ten, als die Mensch­heit end­lich genug Zeit und Muße hat­te sich auch mit rea­li­täts­fer­nen Kon­zep­ten inten­si­ver zu beschäf­ti­gen.

Mir per­sön­lich gefällt zwar die Vor­stel­lung eines Para­die­ses in dem “Läm­mer und Wöl­fe in Ein­tracht neben­ein­an­der leben” eben­falls sehr gut, aber die Bestän­dig­keit bedin­gungs­lo­ser Lie­be sinkt mit zuneh­men­dem Hun­ger des Wolfs – es sei denn im Para­dies gab’s kei­nen Hun­ger, was auch prak­tisch wär, aber spä­tes­tens hier wirds jetzt wirk­lich abs­trakt.

Das mit des Men­schen Platz im Uni­ver­sum ist mir aber kei­nes­wegs ganz allein auf- oder gar ein­ge­fal­len, son­dern ist schon seit Jahr­tau­sen­den Grund­la­ge hoher Phi­lo­so­phien. Von der ers­ten Aner­ken­nung des “ande­ren Ich” über die Ver­schmel­zung des Intel­lek­tu­el­len und des Spi­ri­tu­el­len bis hin zur Selbst­auf­ga­be und dem Auf­ge­hen in rei­nes Un-Bewusst­sein – ist alles schon vor­han­den und mehr oder weni­ger frei zugäng­lich.

Ver­mut­lich schon lan­ge vor den bekann­ten anti­ken grie­chi­schen Den­kern und deren spä­te­ren römi­schen Dis­tri­bu­ti­ons­part­nern und spä­tes­tens besie­gelt im Zeit­al­ter der Auf­klä­rung, ist unse­re mit­tel­eu­ro­päi­sche Kul­tur heu­te eine von Logik und Ver­stand gepräg­te. Eine Phi­lo­so­phie und Welt­sicht die von ande­ren, bei­spiels­wei­se den indo­asia­ti­schen Völ­kern nicht unbe­dingt geteilt wird. 
Wobei das mit der hohen Geis­tes­kul­tur immer dann höchst spa­ßig kon­ter­ka­riert wird, wenn man mor­gens und abends im all­täg­li­chen Stau flu­chend auf den Rest der Mensch­heit schimpft.

Hier­zu­lan­de wird der Intel­lekt spä­tes­tens seit dem Zeit­al­ter der Auf­klä­rung als Zen­trum des Stre­bens, des Wer­dens und Seins gese­hen. Bei den Indo­asia­ten und nicht nur dort, ist der Mensch “nur” ein mehr oder weni­ger wich­ti­ger Teil des gro­ßen Gan­zen und eben­so wie der Rest der Schöp­fung dem stän­di­gen Wan­del unter­wor­fen.

Eini­ge Reli­gio­nen brau­chen unzäh­li­ge Göt­ter, ande­re beschei­den sich mit immer klei­ner wer­den­den Göt­ter­sip­pen, bis hin zu dem Einen. Aber immer eins nach dem ande­ren.

Gesunder Geist + gesunder Körper = gesunder Mensch

Nicht jeder kann oder will sich vor­stel­len, dass schon die Geis­tes­hal­tung allein sich ganz direkt auf die kör­per­li­che Gesund­heit aus­wirkt. Das berühm­te “Läch­le, es könn­te schlim­mer sein” oder das Kon­zept “Sor­ge Dich nicht, lebe, jetzt mit extra Wohl­fühl-Fak­tor” erscheint nicht weni­gen Zeit­ge­nos­sen und Genos­sin­nen eher als suspekt denn als hilf­reich und prak­tisch umsetz­bar.

Dass man/frau sich aber je nach Stim­mungs­la­ge, bei­spiels­wei­se beim kon­su­mie­ren von Kaf­fee, Alko­hol, Ziga­ret­ten und diver­sen Süßig­kei­ten wenig bewusst und vor­bild­lich ver­hält und das DIES sich wie­der­um ganz direkt, bei­spiels­wei­se auf den Fett­stoff­wech­sel und den Säu­re-Basen-Haus­halt aus­wirkt, ist dann schon viel eher bekannt und pro­blem­los nach­voll­zieh­bar.

Anders gesagt: wer aus Frust “stopft und stockt” oder Ängs­te und Ärger auf ande­re Wei­se in sich hin­ein­frisst, braucht sich eigent­lich nicht wun­dern, wenn see­li­sche Pro­ble­me irgend­wann auch kör­per­lich deut­lich sicht­bar und spür­bar wer­den – und ich mei­ne DEUT­LICH.

Ist der Mensch in sei­ner Gefühls- und Gedan­ken­welt im Ungleich­ge­wicht, gerät bei­spiels­wei­se auch der Säu­re-Basen-Haus­halt ganz schnell aus dem Lot. Nega­ti­ve, depres­si­ve Gedan­ken haben eine direk­te Wech­sel­wir­kung mit der Säu­re­pro­duk­ti­on im Magen.
Angst, Aggres­si­on und Frus­tra­ti­on, die auch ent­wick­lungs­ge­schicht­lich eng mit­ein­an­der ver­bun­den sind, haben wie­der­um direk­ten Ein­fluss bei­spiels­wei­se auf die Neben­nie­ren und dort u.a. auf die Pro­duk­ti­on von diver­sen Stress-Hor­mo­nen wie z.B. Adre­na­lin und Nor­ad­re­na­lin, die dann wie­der­um das Herz auf Tou­ren brin­gen oder hal­ten.

Das hier grob beschrie­be­ne Reak­ti­ons­ver­hal­ten kennt man über­all als “Stress”, aber Stress war in der Früh­zeit des Men­schen eher ein Leben ret­ten­der Fak­tor. Wo frü­her alles Blut in die flucht­be­rei­ten Bei­ne schoss und Urrg der Höh­len­ur­ahn anschlie­ßend flitz­te wie ein wild wir­beln­des Wie­sel bleibt Otto Nor­mal­ver­brau­cher heut­zu­ta­ge wo er ist und erträgt sei­ne jewei­li­ge Umwelt mehr oder weni­ger still vor sich hin kochend und mit geball­ten Fäus­ten in den Hosen­ta­schen, weil’s meist auch gar nicht anders geht.

Als ein­zi­ges, nahe­zu immer greif­ba­res Ersatz­be­frie­di­gungs­mit­tel bleibt dann das Essen. Okay, Sex wäre sicher auch herz­lich will­kom­men, aber Essen ziert sich weni­ger und muss auch nicht auf­wen­dig über­re­det wer­den. Spe­zi­ell zucker­hal­ti­ge Pro­duk­te lie­ben wir! Denn die haben eine, wenn auch zeit­lich begrenz­te befrie­di­gen­de und beru­hi­gen­de Wir­kung … wie Sex, aber das hat­ten wir schon. Ganz ähn­lich ver­hält es sich mit der Ein­nah­men von Dro­gen wie Niko­tin, Alko­hol oder THC.

Blei­ben wir kurz bei den Sauer­ma­chern:

im Ange­bot für über­säu­ern­de Ernäh­rung hät­ten wir neben den bekann­ten Zucker­bom­ben bei­spiels­wei­se: tie­ri­sche Eiwei­ße, Weiß­mehl, Zucker, Kaf­fee, schwar­zer Tee, Alko­hol, Niko­tin – kurz­um, alles Genuss­mit­tel.
Jaaaa, stimmt, das klingt genau wie die Art Spaß­brem­se, die man von Leu­ten der Gesund­heits­bran­che erwar­tet.

Den­ken Sie aber einen Moment län­ger dar­über nach. Stel­len Sie sich die belieb­te Sze­ne der mitt­ler­wei­le schon deut­lich über­ge­wich­ti­gen Frau vor, die vor dem Fern­se­her sit­zend vor Lie­bes- oder Lebens­kum­mer Unmen­gen Scho­ko­la­de in sich hin­ein stopft … das Glei­che geht natür­lich auch mit dem zuneh­mend ver­fal­len­den Mann, der statt Scho­ko­la­de zuneh­mend Alko­hol “zischt” um sich von gewis­sen Pro­ble­men “abzu­len­ken”. Und mitt­ler­wei­le ist letz­te­res auch noch zur belieb­ten Jugend-Trend­sport­art gewor­den – früh übt sich was ein Pfle­ge­fall wer­den will.

Wir leben im rela­ti­ven Wohl­stand und haben unse­re Genuss­mit­tel zu unse­ren Nah­rungs­mit­teln gemacht. Und da alle Genuss­mit­tel über­säu­ern, wird den in uns leben­den Mikro­ben das ent­spre­chend sau­re Milieu gera­de­zu auf­ge­drängt. Dumm auch, dass der Spruch “Sau­er macht lus­tig” sich nicht auf die in die­sen Din­gen bio­che­misch echt heik­le Gesund­heit aus­wirkt.
Vie­le all­seits bekann­te und belieb­te Erkran­kun­gen wie Blut­hoch­druck, durch Über­kon­sum erwor­be­ne Dia­be­tes, nicht hor­mo­nell oder erb­lich beding­tes Über­ge­wicht, Gicht oder Magen­ge­schwü­re kann man des­halb ohne Über­trei­bung auch als Zivi­li­sa­ti­ons­er­kran­kun­gen bezeich­nen.

Hin­zu kommt häu­fig nega­ti­ver zwi­schen­mensch­li­cher, pri­va­ter wie beruf­li­cher Stress. Und sozu­sa­gen als “Sah­ne­häub­chen auf die­sem bit­ter-süßen Cap­puc­ci­no” ver­voll­stän­di­gen und fes­ti­gen Bewe­gungs­man­gel, Elek­tro­smog, Umwelt­ver­gif­tun­gen und ande­re mög­li­che Stör­quel­len das inne­re Milieu.

Am Anfang die­ser unschö­nen Situa­ti­on steht also mit hoher Wahr­schein­lich­keit ein see­lisch-geis­ti­ges Pro­blem, am Ende vie­ler Wege ein Abrech­nungs­fall für die Kran­ken­kas­se.

Heil­prak­ti­ker sind, als Ver­tre­ter der Natur­heil­kun­de, der ganz­heit­li­chen Betrach­tung, wenn schon nicht ver­pflich­tet, dann doch übli­cher­wei­se eng ver­bun­den. “Ganz­heit­lich” ist aber auch ein phi­lo­so­phi­sches Kon­zept das inter­pre­ta­tiv aus­ge­legt wer­den kann. Und wird.

In mei­ner Pra­xis defi­nie­re ich es so, dass eben nicht nur kör­per­li­che Lei­den und Sym­pto­me auf diver­se Wei­sen kuriert wer­den, son­dern dass der see­li­sche Hin­ter­grund als wich­tigs­ter Aus­gangs­punkt eines kör­per­li­chen Lei­dens berück­sich­tigt und im Rah­men jeder “nor­ma­len” The­ra­pie auch als beglei­ten­der, för­dern­der und hei­len­der Aspekt mit her­an­ge­zo­gen wird.

Der Frau mit Scho­ko-Zwang hilft also eben­so wenig eine rei­ne Abnehmthe­ra­pie, wie dem Mann mit “Über­durst” eine Zei­ge­fin­ger-unter­stütz­te Abschre­ckung vor dro­hen­dem Alko­ho­lis­mus. Bei­de sind sich in der Regel der Kon­se­quen­zen ihrer Vor­ge­hens­wei­se mehr oder weni­ger bewusst, kön­nen (oder wol­len) aber gegen das eigent­li­che Pro­blem, also die inne­re Ursa­che für das Ver­hal­ten, nicht oder zumin­dest nicht allein ankämp­fen.

Genau da, an der See­le und am Unter­be­wusst­sein, set­ze ich, wie vie­le mei­ner Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen an, wenn ich Behand­lungs­for­men wie die the­ra­peu­ti­sche Hyp­no­se emp­feh­le und anwen­de.

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