HEILPRAXIS SCHOENHOFF

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Gürtelrose – Was kann man tun?

von Alex­an­der Schoe­n­hoff, HP

Die schmerz­haf­te Gür­tel­ro­se ent­steht aus der Reak­ti­vie­rung einer frü­he­ren Wind­po­cken­in­fek­ti­on, also einer Infek­ti­on mit Vari­zel­len, hier der Gat­tung Vari­zel­la Zos­ter.
Die­ses “Wie­der­erwa­chen” erfolgt in der Regel infol­ge eines geschwäch­ten Immun­sys­tems.

Mit Auf­nah­me der Vari­zel­len in §6 des deut­schen Infek­ti­ons­schutz­ge­setz am 28. März 2013 dür­fen Heil­prak­ti­ker aku­te Gür­tel­ro­se als sol­che nicht mehr behan­deln.
Die direk­te Erre­ger­the­ra­pie ist dem­nach Auf­ga­be der ärzt­li­chen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen.

Was die Natur- und Erfah­rungs­heil­kun­de hier jedoch flan­kie­rend leis­ten kann, zielt auf die gene­rel­le Stär­kung des offen­sicht­lich geschwäch­ten Immun­sys­tems und damit auf die Unter­stüt­zung der kör­per­ei­ge­nen Heil­kräf­te ab. Eine Rei­he von Heil- und Nutz­pflan­zen bie­ten ein­fa­che Mög­lich­kei­ten von der Abwehr­stär­kung bis zur Schmerz­lin­de­rung.

GürtelRose, Bild: Lizzy Tewordt, pixelio.de.
Gür­tel­Ro­se, Bild: Liz­zy Tewor­dt, pixelio.de.

 

Ich erwäh­ne hier jedoch nur sol­che Pflan­zen, die auch schon im eige­nen Pra­xis-Ein­satz im Zusam­men­hag mit der Gür­tel­ro­se Wir­kung zeig­ten. Selbst­ver­ständ­lich sind die nach­fol­gen­den Infor­ma­tio­nen – wenn über­haupt – nur zur all­ge­mein zuläs­si­gen Selbst­hil­fe in ver­gleichs­wei­se ein­fa­chen und unkom­pli­zier­ten Fäl­len gedacht.

Wenn Haus­mit­tel ver­sa­gen und erst recht im Akut­zu­stand, bege­ben Sie sich umge­hend in ärzt­li­che Behand­lung!

In flüssiger Form, zum trinken und einreiben

Zistrose, Graubehaarte Zistrose, Cistus incanus

Die the­ra­peu­tisch äußerst viel­sei­ti­ge Zistro­se war schon in der Anti­ke ein bekann­tes Heil­mit­tel im Mit­tel­meer­raum. Vom Tee aus der Zistro­se, die man wie ande­re Kräu­ter auch ent­we­der online oder über die ört­li­che Apo­the­ke bezie­hen kann, trinkt man “ein­fach so” übli­cher­wei­se am Tag zwi­schen 2–4 Tas­sen. Im erhöh­ten Bedarfs­fall kann man aber bis zu zwei Kan­nen täg­lich genie­ßen. Wobei genie­ßen auf­grund des mar­kan­ten Geschmacks durch­aus “Geschmacks­sa­che” sein kann.

Der Sud kann dane­ben auch zum abtup­fen betrof­fe­ner Haut­stel­len genutzt wer­den. Neben der Ein­satz­mög­lich­keit im Fall der Gür­tel­ro­se gibt es noch vie­le wei­te­re, auf die ich aber an die­ser Stel­le nicht wei­ter ein­ge­hen wer­de.

Sie­he auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Graubehaarte_Zistrose
http://www.heilpflanzenkatalog.net/heilpflanzen/heilpflanzen-europa/23-cistus-incanus.html
https://www.astrid-fiebich.de/veröffentlichung/zistrose
http://www.heilkraeuter.de/lexikon/zistrose.htm

Zistro­se, Cis­tus inca­nus
Bild: André Kar­wath, wiki­me­dia com­mons

Zubereitung von Cistus-Sud und Cistus-Tee

Den Sud erhält man, wenn man ca. 10 gr Kraut mit 100 – 200 ml Was­ser 5 Minu­ten kochen lässt.
Danach wird das Kraut abge­siebt  und der Sud in ein geeig­ne­tes Gefäß umge­füllt. Gute zwei Tage kann der Sud danach im Kühl­schrank auf­be­wahrt wer­den.

Für den Tee 1 Hand­voll Zistro­sen­kraut (ca. 10 gr) in einen Koch­topf geben, mit 1 Liter Was­ser auf­gie­ßen und zum Kochen brin­gen.
Oder man gibt pro Tas­se einen Tee­löf­fel Kraut (ca 2 gr) in einen Tee­auf­guss­beu­tel oder in ein Tee­sie­b/-ei und über­gießt wie bei allen Tees das gan­ze mit hei­ßem Was­ser.
Am bes­ten berei­tet man Zis­tus-Tee wie bei­spiels­wei­se grü­nen Tee zu – also nicht län­ger als 5 Minu­ten zie­hen las­sen, es sei denn man mag es gern bit­ter.
Wen das nicht stört, der kann den ers­ten Auf­guss aber mit dem glei­chen Ansatz noch­mal wie­der­ho­len.

Natür­lich kann man den Tee jeder­zeit mit etwas Honig oder einer Schei­be unbe­han­del­ter Zitro­ne ver­edeln.

Zis­tus­tee eig­net sich bes­tens als Abend-Getränk und eben­falls zur Unter­stüt­zung der so genann­ten Urf­lo­ra (also dem Bereich von Mund, Rachen und Magen)
Oder man geniesst ihn abends direkt vor dem Schla­fen­ge­hen. Dann ein­fach lang­sam und schluck­wei­se eine Tas­se trin­ken, das ent­spannt und beru­higt zugleich.
Tee mit Milch ist für man­che ohne­hin schon schwie­rig, aber dem Zistro­sen­tee soll­te man Milch eher nicht hin­zu­ge­ben.
Im Som­mer schmeckt der Tee zum Bei­spiel auch mit einem Sprit­zer Zitro­nen­saft, gekühlt und mit Eis­wür­feln.

Hin­weis: wegen des wert­vol­len Har­zes kann es je nach Qua­li­tät des Krauts durch­aus zu Ver­fär­bun­gen am Zube­rei­tungs- und/oder Trink­ge­schirr kom­men.
Eine sol­che “Pati­na” ent­steht zwar auch bei ande­ren Tee­sor­ten, aber es kann ja nicht scha­den das auch für die­sen Fall vor­her zu erfah­ren.

Kre­ti­sche Zistro­se, Cis­tus creti­cus
Bild: Jörg Hem­pel, wiki­me­dia com­mons

Zitronenmelisse, Melissa officinalis

Auch von die­ser mäch­ti­gen Heil­pflan­ze kann man im Bedarfs­falls bis zu zwei Kan­nen täg­lich genie­ßen. Hin­sicht­lich ihrer the­ra­peu­ti­schen Kraft im Zusam­men­hang mit der Gür­tel­ro­se gilt im wesent­li­chen das­sel­be wie für die Zistro­se.

Auch die Zitro­nen­me­lis­se kann zusam­men mit Sal­bei zum abtup­fen der Haut genutzt wer­den. Die Zube­rei­tung erfolgt wie bei der Zistro­se, sie­he oben.

Zistro­se, Zitro­nen­me­lis­se und Sal­bei las­sen sich natür­lich auch zusam­men zu einem wun­der­ba­ren Gesund­heits­tee ver­ar­bei­ten.

Zitronenmelisse, Melissa officinalis, Bild: P. Wagner, wikimedia commons
Zitro­nen­me­lis­se, Melis­sa offi­ci­na­lis, Bild: P. Wag­ner, wiki­me­dia com­mons
Melis­sa offi­ci­na­lis, Bild: H. Zell, wiki­me­dia com­mons

Schwedenkräuter, alkoholische Lösung

Schwe­den­kräu­ter, auch Schwe­den­bit­ter, wird ein hoch­wirk­sa­mer Kräu­ter­schnaps genannt. Wobei es mehr ein Kräu­ter­sud ist, der mit Alko­hol halt­bar gemacht wur­de.

Die­se Flüs­sig­me­di­zin nutzt man the­ra­peu­tisch u.a. äußer­lich, also für Umschlä­ge, zum ein­rei­ben und auf­tup­fen. Im pas­sen­den Fall aber auch inner­lich. Man­cher trinkt den “Schwe­den” aber auch ein­fach so, weil er durch­aus dem schmeckt ders gern bit­ter mag.

Schwe­den­kräu­ter kann man sich ent­we­der als tro­cke­ne Fer­tig­mi­schung beschaf­fen und selbst anset­zen oder fer­tig abge­füllt in Fla­schen­form bekom­men. 

Es gibt auch schon fer­ti­ge Schwe­den­kräu­ter-Sal­ben. Gin­ge es nach unzäh­li­gen Bei­trä­gen im Netz, könn­te man die­se spe­zi­el­le Lösung auch als the­ra­peu­ti­sche “All­zweck­waf­fe” anse­hen, aber so weit wol­len wir an die­ser Stel­le nicht gehen.

 

Lei­der gibt es für die/den Schwe­den­kräu­ter eine gan­ze Rei­he unter­schied­li­cher Rezep­te. Das “Eine” gibts also nicht. Aus eige­ner Erfah­rung ken­ne und schät­ze ich das auch selbst genutz­te Rezept des “Gro­ßen Schwe­den­bit­ter” nach der Kräu­ter­frau Maria Tre­ben. 

Von ihr heisst es zwar, dass sie eher den “Klei­nen Schwe­den­bit­ter” bevor­zugt hät­te, aber wie Män­ner so sind, hal­te ich hier “mehr” für bes­ser.  😉 

Die Anwen­dung erfolgt im Zusam­men­hang mit der Gür­tel­ro­se z.B. als Tupf­lö­sung oder als Umschlag. Beim Umschlag muss aber unbe­dingt auf aus­rei­chen­de Ein­fet­tung der Haut geach­tet wer­den, ansons­ten kann es bei emp­find­li­cher Haut zu Irri­ta­tio­nen kom­men.

Sie­he auch: http://www.schwedenbitter.de/zusammensetzung_schwedenbitter.php

Als Umschlag oder Auflage

Salbei, Salvia officinalis, Bild: Jörg Hempel, wikimedia commons
Sal­bei, Sal­via offi­ci­na­lis, Bild: Jörg Hem­pel, wiki­me­dia com­mons

(Zitronen-)Melisse und Salbei-Umschlag/-Wickel

Man berei­tet zuerst einen Sud aus (Zitro­nen-)Melis­se und Sal­bei und löse – nur sofern man Aspi­rin also sol­ches gut ver­trägt(!) – bis zu zwei nor­ma­le Aspi­rin­ta­blet­ten dar­in auf.

Da der Haupt­wirk­stoff einer Aspi­rin-Tablet­te die Ace­tyl­sa­li­cyl­säu­re ist, wel­che ursprüng­lich aus der Rin­de von Wei­den oder aus Mäde­süß gewon­nen wur­de, könn­te man alter­na­tiv auch die bei­den Natur­stof­fe direkt ein­set­zen, doch erscheint hier die Tablet­te aus­nahms­wei­se als die ein­fa­che­re Lösung.

Mädesüß, Filipendula ulmaria, Bild: Frank Vincentz, wikimedia commons
Mäde­süß, Fili­pen­du­la ulma­ria, Bild: Frank Vin­c­entz, wiki­me­dia com­mons

Wer es aber Phar­ma­frei vor­zieht besorgt sich zur Melis­se und zum Sal­bei ein­fach auch die Wei­den­rin­de oder eben Mäde­süß.

Wenn der Sud auf hand­warm abge­kühlt ist, taucht man ein zum Umschlag vor­be­rei­te­tes Tuch kom­plett hin­ein und wringt es auf Hand­feuch­te aus. Danach legt man das feuch­te Tuch lau­warm als Umschlag auf den betrof­fe­nen Haut­ab­schnitt, wodurch Juck­reiz und Schmer­zen gelin­dert wer­den kön­nen. Auch heilt Aus­schlag im bes­ten Fall schnel­ler ab.

Sie­he auch:
http://heilen-mit-wasser.de/umschlaege/wickel-zusaetze.htm
http://www.familienhandbuch.de/gesundheit/zum-umgang-mit-kranken-kindern/aus-der-hausapotheke-von-mutter-natur-umschlage-und-wickel-fur-kinder

Weisskohl, Brassica-oleracea, Bild: Biso, wikimedia commons
Weiss­kohl, Bras­si­ca-ole­racea, Bild: Biso, wiki­me­dia com­mons

Weißkohl-Umschlag

Fri­scher, saf­ti­ger Weiß­kohl ist das Zube­hör für eine Kohl­auf­la­ge. Von die­sem nimmt man die gro­ßen Blät­ter, wel­che man wäscht und dann von der dicken Blat­t­rip­pe befreit.
Danach gibt man die vor­be­rei­te­ten Blät­ter in ein Sieb und dämpft sie für eini­ge Minu­ten über einem Topf mit hei­ßem Was­ser. Soll­te man die Wär­me eher nicht mögen/vertragen kann man die Kohl­blät­ter aber auch kalt auf­le­gen.

Vor der Ver­wen­dung, egal ob warm oder kalt, walkt man die Blät­ter mit einem Nudel­holz, bis sie mög­lichst umfas­send zer­quetscht und weich sind.

Nun legt man die Blät­ter auf die betrof­fe­ne Haut, umwi­ckelt das gan­ze mit einem dün­nen Baum­woll­tuch und fixiert ange­mes­sen mit einer Mull­bin­de. Nach die­ser Pro­ze­dur darf der Umschlag meh­re­re Stun­den anlie­gen blei­ben.

In der Volks­heil­kun­de wie­der­holt man die­se Anwen­dung so lan­ge, bis man Bes­se­rung ver­spürt. Für gewöhn­lich ist das bereits nach ein paar Tagen der Fall.

Mehrkraut-Umschlag

Hafer, Salbei, Kamille und Eichenrinde werden zu gleichen Teilen gemischt.

Von die­ser Mischung gibt man 5 Ess­löf­fel in einen Topf mit einem Liter kal­tem Was­ser und kocht den Ansatz auf, um ihn danach 15 Minu­ten zie­hen zu las­sen.

Nun wird ein fri­sches Lei­nen­tuch (Hand­tuch- nicht Bett­tuch­grö­ße) in der war­men Flüs­sig­keit getränkt, leicht aus­ge­wrun­gen und auf die betrof­fe­nen Haut­par­tien auf­ge­legt.

Mit einem tro­cke­nen Hand­tuch abge­deckt soll­te man jetzt min­des­tens eine hal­be Stun­de lang ruhen und den Umschlag wir­ken las­sen.

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