Therapeutische Hypnose

Hypnotherapie, therapeutische Hypnose - Bild: pixlio, A. Dreher

Hypnotherapie, therapeutische Hypnose oder heilen durch innere Bilder

Wer Hypnose oder die hypnotische Trance selbst noch nicht erlebt hat fragt sich meist ob das wirklich funktioniert, ob es für die eigene Situation geeignet ist und dann natürlich mit Recht ob es auch sicher ist.

Nun lassen sich diese Fragen natürlich auf einfache Weise jeweils mit einem klaren JA beantworten, aber zufrieden geben wird sich allein damit keiner. Und das ist genau so richtig und wichtig.

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche therapeutische Hypnose (und sicher nicht nur dafür) ist eine Vertrauenssituation zwischen Therapeut und Patient. Auch deshalb beantworte ich an dieser Stelle gern schon einmal vorab ein paar Fragen wie sie auch von meinen Patienten immer wieder gestellt werden. Selbstverständlich beantworte ich im gemeinsamen Gespräch auch Ihre ganz eigenen Fragen, zögern Sie also nicht sie zu stellen.

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Funktioniert therapeutische Hypnose wirklich?
Über das „Was und Wie“ der Hypnosewirkung gehen die Meinungen der Fachkreise auseinander, aber da Hypnose auch für Ärzte ein offiziell anerkanntes therapeutisches Mittel darstellt, könnte man schon davon ausgehen. Doch denken Sie für einen Moment auch über folgende Beispiele nach:
  • Wem in der Kindheit „Gute Nacht-Geschichten“ vorgelesen wurden, der erinnert sich zumeist nur zu gern an die vielfältigen Gefühle und Fantasiereisen die durch diese Situation und die Geschichten erlebt wurden.
  • Andere werden durch bestimmte Musik, ein spannendes Buch oder durch einen passenden Film „in andere Welten“ gerückt. Berufskraftfahrer kennen den „Zeitsprung“ der durch eine längere, äußerst monotone Fahrt entstehen kann. Man beginnt „vor sich hin zu träumen“, läßt den Gedanken freien Lauf und „plötzlich“ ist die Tour erledigt – dabei sind real mehrere Stunden vergangen.
  • Marathon-Läufer kennen den mentalen Zustand, der hormonell nach der Überwindung des „toten Punktes“ erzeugt wird. Aber eben nicht nur. Nicht wenige Läufer nutzen parallel zur ansteigenden Erschöpfung bewusst oder unbewusst die Monotonie des Laufens zur Selbsthypnose/-motivation um ihr jeweiliges Ziel zu erreichen.
  • Tanzen ist nicht nur bei den sich drehenden Sufi-Derwischen seit Generationen ein probates Mittel sich in Trance zu versetzen.
  • Ebenso nutzen Gläubige das intensive Gebet oder Ritual um sich im geöffneten Geist den Göttern zu nähern.

Wir sehen, der leichte bis vollständige Trancezustand eines veränderten, verlagerten Bewusstseins, ist ein absolut natürlicher Zustand, den jeder Mensch bereits kennt.

Klingt für mich eher nach Trickserei oder Zauberei...
Keineswegs. Zauberei oder Magie sind hier gar nicht nötig. Eine erfolgreiche Behandlung durch Hypnose ist je nach Situation eine gelungene Mischung aus Einfühlungsvermögen, Menschenkenntnis, Psychologie, Rhetorik und reiner Technik.

Die „böse“ Hypnose, die man hier gern befürchtet, entspringt der alten Furcht vorm „bösen Blick“ und der Eigenheit unseres Verstandes etwas das in Filmen gesehen, in Büchern gelesen oder vielleicht auch nur äußerst lebhaft erzählt wurde als Realität anzuerkennen.

Hypnose oder hier besser verständlich die „Trance“, ist ein seit Jahrhunderten wenn nicht seit Jahrtausenden bekannter Bewusstseinszustand, in den sich Menschen entweder selbst bringen oder in den sie von anderen geführt werden. Dabei kann der Zustand ebenso freiwillig wie unbewusst einsetzen. Die Hypnotherapie nutzt diese Begabung um dem Menschen eine Möglichkeit anzubieten, bestimmte Teile seiner derzeitigen „inneren Programmierungen“ anzupassen.

Funktioniert Hypnose auch bei mir?
Das kommt ganz auf Sie an.
Viel wichtiger, weil näher an der Praxis, ist aber die Frage, wie rasch sie bei Ihnen wirken wird. Je nach dem wie offen Sie sind kann es relativ schnell und einfach gehen. In anderen Fällen kann es auch mehrere Anläufe erfordern. Bereitschaft und Wille müssen schon vorhanden sein als Team auf diesem Weg die gewünschten Ziele anzugehen.

Nicht zuletzt ist auch die „Chemie“ – also die Mischung aus Sympathie und Vertrauen zwischen Therapeut und Patient – ein äußerst wichtiger Faktor.
Es stimmt, dass ein kleiner Prozentsatz der Menschheit gar nicht hypnotisiert werden kann und es ist ebenfalls richtig, dass nicht jeder Mensch hypnotisiert werden sollte.

Wenn Sie sich jetzt fragen, ob Sie an Hypnose „glauben“ müssen damit sie wirkt: Nein, mit Glauben im religiösen Sinn hat das nichts zu tun. Es hilft aber durchaus, wenn Sie der Vorgehensweise offen und möglichst ohne Vorbehalte gegenübertreten, wenn Sie sich also zumindest „gut vorstellen könnten das soetwas funktioniert“.

Ich wette, mich können Sie nicht hypnotisieren!
Dann haben Sie schon gewonnen, denn Sie haben absolut recht. Wenn Sie eine Therapieform als Gelegenheit zum geistigen Kräftemessen und einen Therapeuten als Ihren Gegner betrachten empfehle ich Ihnen nämlich dringend einen Termin bei jemand anderem.
Wieviel Hypnose 'braucht' man denn?
Zuerst klären wir gemeinsam ob Hypnose überhaupt die Methode der Wahl für Sie ist.

Als Heilpraktiker habe ich verschiedene Möglichkeiten meinen Patienten zu helfen, Hypnose ist – wenn auch aus persönlicher Sicht meine bevorzugte – „nur“ eine davon.

Die Frage wie oft man die Hypnotherapie nutzt um ein bestimmtes Ziel zu erreichen kann so pauschal nicht beantwortet werden, denn der Erfolg ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Der wichtigste Erfolgsfaktor ist der Mensch um den es geht selbst.

Wie Sie schon gelesen haben, werden wir zuerst ermitteln um welches Problem es geht, dann folgt eine erster Test bezüglich Ihrer Zugänglichkeit für diese Methode. Erst danach werden wir die eigentliche Behandlung umsetzen. Für manche Situationen, wie beispielsweise bei der Raucherentwöhnung, hat sich gezeigt, dass je nach Abhängigkeitsgrad zwischen einer und vier Sitzungen genutzt werden. In anderen Fällen muss Sitzungsweise gemeinsam abgestimmt werden wie der nächste Schritt aussehen wird.

Lassen Sie es mich so vergleichen: Sie wollen beispielsweise unbedingt einen bestimmten sportlichen Wettkampf gewinnen – das ist Ihre Zielvorgabe. Ich bin dabei Ihr Trainer. Ich betreue, trainiere und berate Sie, mache Sie so fit wie nur möglich für das Erreichen des Ziels – das ist meine Aufgabe.
Ob Sie nach dem Durchlaufen des ersten, zweiten, dritten Trainings WIRKLICH körperlich und geistig fit sind und ob sie auf dieser Basis Ihr Ziel diesen Wettkampf zu gewinnen erreichen, kann ich „von aussen“ auf Grund meiner Erfahrung teilweise sehr gut beurteilen und Sie entsprechend beraten – ABER eben nur teilweise.
Erspüren und entscheiden ob Sie sich wirklich wohl und fit fühlen, können Sie zuletzt nur ganz allein, denn nur Sie HABEN diese Gefühle und Wahrnehmungen.

Gibt es Kriterien die gegen eine Hypnotherapie sprechen?
Absolute Ausschlusskriterien, zumindest für mich, sind auf der körperlichen Seite:
  • kürzlich erlebter Herzanfall und ausgeprägte Hypotonie (zu niedriger Blutdruck)
  • kürzlich erlebter Schlaganfall und Hirnschäden mit wahrnehmungs-/persönlichkeitsverändernder Ausprägung
  • manifeste Epilepsie und ähnliche Anfallserkrankungen
  • manifeste Thrombosen

und auf der geistigen Seite:

  • Geistig behinderte oder eingeschränkte Menschen ohne eigene Entscheidungsfähigkeit
  • Psychosen wie Schizophrenie, Paranoia, Wahnvorstellungen udgl.
  • Missbrauch und Einfluss von bewusstseinsverändernden Medikamenten, Alkohol oder Drogen

Ethisch moralische Ausschlusskriteren:

  • bei Kindern und Jugendlichen ohne ausdrückliche Genehmigung des gesetzlichen Vertreters
  • bei Kindern und Jugendlichen, wenn die vom gesetzlichen Vertreter erwünschten Ziele einer Hypnose nicht im Sinne oder zum Wohl des Kindes sind
  • bei Menschen mit Glaubenskonflikten im Zusammenhang mit der Hypnose
  • bei Menschen, die nicht wissen, dass man sie hypnotisieren möchte
  • bei Menschen, die Angst davor haben, hypnotisiert zu werden
  • bei Menschen, die nicht hypnotisiert werden möchten
Wie bzw. was erlebe ich in einer Hypnose?
Die weitverbreitete Meinung der hypnotisierte Mensch sei bewusstlos ist schlicht falsch.
Die möglichen Wahrnehmungen reichen von vollkommen wach, über schläfrige Trägheit bis zur tiefen Trance.

Im ersten Fall kann es sein, dass die Suggestion zwar erfolgreich platziert wurde und in Folge auch umgesetzt wird, der Patient aber enttäuscht annimmt es sei gar nichts passiert.
Der zweite Fall ist für einen Menschen der hypnotisiert wird am interessantesten, denn in diesem Zustand ist man zum Einen wirklich sehr entspannt und zum Anderen – zumindest subjektiv – in einem „anderen Bewusstseinszustand“.
Im letzten Fall kann es durchaus sein, dass sich der Patient nicht unbedingt an Einzelheiten der Sitzung erinnert. Eine eingesetzte Suggestion wird aber genauso zuverlässig umgesetzt werden.
Durch die tiefe Entspannung kann es durchaus passieren, das Sie schlicht einschlafen, das ist nicht weiter schlimm, da ich Sie schon allein aus Gründen der Praxistermine rechtzeitig wieder wecken werde :) An der Wirksamkeit einer platzierten Suggestion ändert der Schlaf nichts wesentliches.

In welchen Fällen kann Hypnose helfen?
Therapeutische Hypnose findet Einsatz- und Anwendungsgebiete bei der grundsätzlichen Anregung, Unterstützung und Steigerung der Selbstheilungskräfte und zwar sowohl als alleiniges als auch als unterstützendes Therapieelement.

Weitere mögliche Anwendungssituationen:

  • Schmerzen unterschiedlicher Art
  • Verringerung von Migränehäufigkeiten und -schwergraden
  • bei Ängsten, Phobien, Depressionen ( u.a. Flug-, Prüfungs-, Platz-, Wettkampf-, Objektangst, soziale oder tierische Phobien, Schwangerschaftsbegleitend)
  • Burnout / Boreout (Chronisch gewordene Überlastung / Unterforderung)
  • Stressbewältigung
  • Stressbedingte Erkrankungen
  • Psychosomatische Beschwerden
  • Sprachblockaden, Stottern, Tics, Komplexen, Nervosität
  • Steigerung der Lerneffektivität und Aufmerksamkeit
  • Geburtsvorbereitung
  • Sporthypnose
  • Sexuelle Störungen
  • Schlafstörungen, Schnarchen
  • nicht stoffgebundene Süchte (Spiel-, Kauf-, Computersucht udgl.)
  • Milderung und Begleitung von Entzugserscheinungen
  • Gewichtsreduktion
  • Ernährungsstörungen
  • Raucherentwöhnung
Welche körperlichen Auswirkungen sind möglich?
  • Schmerzhemmung, -distanzierung, -aufhebung
  • Angstlösung, Beruhigung
  • Allgemeine Muskelentspannung
  • Stimmungsanhebung bis rauschartige Ekstase (Trance)
  • Steigerung der Wahrnehmung
  • Depressionslösung
  • Hustendämpfung
  • Verengung der Pupillen
  • Senkung des Blutdrucks
Hypnotisieren Sie mich auch 'einfach mal so'?
Als Heilpraktiker und Therapeut? Ganz sicher nicht. Ebenso wenig würde ein Zahnarzt „einfach mal so“ einen Zahn ziehen um dem Interessierten zu zeigen wie das geht und wie sich das anfühlt.

Am Anfang jeder ordentlichen Therapie steht immer die so genannte Anamnese, also die möglichst umfassende Sammlung aller Gesundheitsdaten und Fakten die zum aktuellen Krankheitsbild des Patienten zählen.
Wie schon gesagt, kann es hierbei durchaus sein, dass ich eine Hypnosebehandlung wegen ethisch-moralischer Bedenken oder auch aus Sicherheitsgründen ablehne bzw. gar nicht erst empfehle.

Bevor wir gemeinsam über mögliche Ansätze nachdenken, werden wir also zuerst ein ausführliches Gespräch führen. Im Rahmen dieses Gesprächs wird auf gewohnte Weise Ihr Gesundheitszustand, Ihre aktuelle persönliche Lage und Selbstsicht abgefragt.

Wenn nichts dagegen spricht, eine therapeutische Hypnose also in Ihrem Fall in Frage kommen kann, werden wir im nächsten Schritt die gewünschten Ziele genau festlegen.
Danach werde ich Ihnen den Ablauf noch ein Mal genau beschreiben.
Erst wenn diese Vorbereitung abgeschlossen ist und erst wenn Sie keine Fragen mehr haben werden wir einen „Testlauf“ durchführen. Sollte der Testlauf erfolgreich sein, kann dieser in den „Echtlauf“ übergeleitet werden und im besten Fall schon nach der ersten Sitzung das gemeinsam festgelegte Ziel erreichen.
Im Anschluss an die Hypnose werden wir ein weiteres Gespräch führen, in dem wir Ihre Wahrnehmungen und Erlebnisse besprechen.

Ist Hypnose sicher?
Wie Sie vermutlich schon im Punkt 6 bezüglich der Kriterien gelesen haben, gibt es gesundheitliche Situationen die bei der Planung einer Hypnose bekannt sein müssen. Diese werden wir im Vorgespräch ermitteln und dann entsprechend berücksichtigen oder ganz von der Behandlung mit dieser Technik absehen.

Sofern Sie nicht zur Tieftrance neigen, werden Sie ohnehin alles was um sie herum geschieht ganz normal wahrnehmen und bei Gefahr auch ganz normal handeln können.

Machen Sie sich bewusst, dass wir hier von einer Behandlungsmöglichkeit sprechen, nicht von einer Fernsteuerungs- oder Verhörmethode. Therapeutisch hypnotisierte Menschen tun und sagen nur das freiwillig, was sie auch im Wachzustand getan oder gesagt hätten. Anders gesagt, Sie werden keine Straftaten „in Fernsteuerung“ begehen oder intimste Geheimnisse ausplaudern nur weil jemand es unbedingt will. Ihr eingebautes Sicherungssystem wird Sie spontan wecken und Ihr Gefühl für Recht und Anstand wird entsprechend protestieren.

Wenn Sie es wünschen, kann bei Ihrer Sitzung eine Ihnen vertraute Person (Partner/in, Familienmitglied, Freund/in) anwesend sein.

Welche Heilungsaussichten bietet die Hypose?
Hypnotherapien verschiedenster Prägung werden heute weltweit im Zusammenhang mit den unterschiedlichsten medizinischen Zwecken angewandt.

Therapeutisch, also als gezielt angewandtes und/oder begleitendes Mittel zur Behandlung und Behebung von Erkrankungen, wird Hypnose von universitär ausgebildeten Medizinern und ebensolchen psychologisch tätigen Fachkräften, sowie entsprechend ausgebildeten und erfahrenen Heilpraktikern nach entsprechender Diagnostik und Anamnese zum Einsatz gebracht. Die Techniken unterscheiden sich dabei je nach Schule.
Nicht heilberuflich zugelassene Hypnotiseure und Coaches unterschiedlicher Art bieten allgemein oder spezifisch die Selbstheilung fördernde Hypnosemaßnahmen an.

Eine Garantie oder ein Versprechen, dass Sie durch eine wie auch immer geartete Therapie – und damit auch einer hypnotherapeutischen Behandlung – von Ihrer ganz speziellen Situation gänzlich oder in Teilen befreit werden, wird Ihnen niemand der diese Arbeit seriös ausübt geben wollen und können – auch ich nicht.
Schließlich hiesse das einerseits gegen Gesetze und standesrechtliche Verordnungen zu verstoßen und andererseits wäre es einfach unrealistisch und vermessen.
Jede Situation ist so differenziert und facettenreich wie der Mensch den sie betrifft. Deshalb kann eine solche Therapie im bestmöglichen Fall sehr rasch sehr erfolgreich sein, sie muss es aber nicht bei jedem und in jedem Fall im gleich. Grundvoraussetzung ist, dass der Patient selbst bereit ist aktiv an der Lösung mit zu arbeiten. Teamarbeit ist hier gefragt.

Bedenken Sie einfach in aller Ruhe folgendes:
Nicht ich mache Sie gesund, ich helfe Ihnen nur dabei sich selbst zu helfen.

Nicht die Heilkundigen wirken das Wunder der Genesung, sondern Leib und Seele, die sich entschliessen wieder gesund zu werden.

Ein guter Trainer muss nur ein guter Trainer sein – gewinnen ist dann Sache des Sportlers

Bild: A. Dreher / Pixelio.de

von Alexander Schoenhoff, HP

Heilpraktiker, Dozent, Coach, Mediendesigner, Autor ...und Mensch mit entsprechenden Kurven, Ecken und Kanten. :) Liebt heilen nicht weniger als helfen und lehren mindestens ebenso wie lernen.

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