Dunkelfeldmikroskopie - Wie geht das?

Aktualisiertes Vorwort: Stand 2018.06.03 - Für mich zählte bis etwa Mitte 2015 die diagnostische Dunkelfeldmikroskopie (ab hier auch stellenweise kurz DFM genannt) mit zu den faszinierendsten Themen, mit denen man sich als Heilkundler beschäftigen kann. Spätestens seit Ende 2016 biete ich diese Form der Diagnostik jedoch nicht mehr selbst an.

Der Grund ist recht einfach - es wurde im Rahmen meiner aktuell typischen Befunderhebung schlicht unnötig. Fachmedizinisch wird das Dunkelfeldmikroskop ohnehin nur begrenzt eingesetzt, bspw. in der Tropenmedizin. Und die Theorie (n. Enderlein et al) nach der es von heilpraktischen Anwendern eingesetzt wird, gilt aus Sicht der akademischen Wissenschaft als komplett wiederlegt.
Hinzu kommt, dass es bis heute keine der Hämatologie wenigstens annähernd ähnliche, einheitliche Interpretation der optischen Befunde gibt, sondern dass sich diverse "Schulen" mit teilweise starkem esoterischen Einfluss etablierten, die wiederum auf der subjektiven Interpretation einzelner Kolleginnen und Kollegen fußen. Ich selbst habe 2009-2010 etwa ein Jahr bei HP Ekkehard Sirian Scheller† und dessen damaligen Kollegen hospitiert und dabei deren ganz spezielle Sichtweise auf das DFM kennengelernt. Dabei erstaunte (und irritierte) mich durchaus, dass trotz der wissenschaftlichen Unhaltbarkeit von Diagnostik und darauf folgender Therapie nicht wenige Patienten auf Basis eines Dunkelfeldbefundes, kombiniert mit einer radionischen Testung, offensichtlich erfolgreich therapiert werden konnten. Das mag dann korrekte Therapie, reiner Zufall oder eben Placebo gewesen sein - beeindruckend war es aber doch.

Betrachtet man aber heute die schiere Masse an hämatologischer Forschung, ist es wohl eher so, dass sich Enderlein schlicht irrte, ebenso wie sein Vorreiter Antoine Béchamp.
So oder so konnte sich der auch von Enderlein vertretene Pleomorphismus bis jetzt nicht als korrekt und haltbar beweisen. Per Elektronenmikroskop wäre sowas heute durchaus möglich, aber auf diese Idee kam meines Wissen nach noch keiner der Befürworter...das aber zugegebenermaßen wohl auch aus Mangel an Zugriff auf ein solches Gerät.
Rein vom Namen her korrekt ist lediglich die bestätigte Pleomorphie einzelner Bakterienstämme, was aber auf Enderleins Theorie keine Auswirkung hat.

Trotz all ihrer fachlichen Wiedersprüche bietet die Mikroskopie im Dunkelfeld aber für mich einen ganz eigenen, einzigartigen Einblick in unsere höchst lebendige Innenwelt.
Und nur um diesen Einblick ging es mir selbst bis zuletzt im Rahmen meiner therapeutischen Arbeit mit dieser Technik. Für mich war (und ist) das DFM ein sehr nützliches Werkzeug um Patienten "live" einen Blick in ihr Inneres zu ermöglichen. Und das allein hatte für manchen Mitmenschen schon einen höchst bemerkenswerten Einfluss auf deren kompletten Heilprozess!

HINWEIS: Der nachstehende Text wurde ab 2013 geschrieben und mehrfach bearbeitet. Er beschreibt demnach das damals reguläre Vorgehen.
Dem entsprechend, ist alles was nachstehend in grammatikalischer Gegenwart geschrieben ist, als in der Vergangenheit liegend zu betrachten.


Um zur Einführung eine schon vorhandene, sehr gute Erklärung zu dieser Methode nicht unnötig durch eine weitere zu ergänzen, folgt hier ein Zitat der Interessengemeinschaft für Dunkelfeld-Blutdiagnostik:

"Unser Blut durchfließt einmal in der Minute den ganzen Körper. Ein rotes Blutkörperchen benötigt vom Herzen bis in die Fußzehen 15 Sekunden. In sich trägt das Blut somit viele wichtige Informationen aus allen Gebieten des Körpers.
Die Dunkelfeld-Blutdiagnostik ist eine qualitative Beurteilung des lebendigen Blutes mit dem Mikroskop. Die Blutzellen werden bei 1000 facher Vergrößerung unter dem Mikroskop lebend bewertet. Sie ergänzt das quantitative, schulmedizinische BlutbildBlutbilder gehören zu den Routineuntersuchungen. Sie werden u.a. angeordnet bei Verdacht auf Bluterkrankungen, Tumoren, Infektionen oder Entzündungen. Aber auch zur Kontrolle von Krankheitsverläufen werden Blutbilder angelegt. Man unterscheidet zwischen dem kleinen und dem großen Blutbild. Da... Weiter lesen..., das ja in Wirklichkeit gar kein Blutbild ist, sondern nur eine tabellarische Aufstellung der Blutbestandteile. Das herkömmliche Blutbild ist gezwungen die jeweiligen Parameter mit dem Bevölkerungsdurchschnitt zu vergleichen. Doch jeder Mensch ist ein Individuum. So wie es äußerlich bei jedem Menschen Unterschiede gibt, unterscheiden sich auch unsere inneren Organe. Oft ein Hindernis in der Transplantationsmedizin. Letztendlich lassen sich aber diese individuellen Unterschiede bis hin zu den einzelnen Zellen finden. So hat auch jeder Mensch individuelle, auf seinen Körper bezogene Blutwerte."

Zum Vorgehen

Die Erstellung der Probe

Über einen einfachen, am Finger, bzw. dessen oberer Fingerbeere, leicht abgenommenen Blutstropfen, erhält man als Therapeut ebenso wie als Patient nahezu sofort einen faszinierenden und einzigartigen Einblick in den Körper.

Die Abnahme und Probenerstellung erfolgt dabei in wenigen Augenblicken mithilfe einer normalen Einweg-Stechlanzette, einem Objektträger und einem Deckglas.

Hat man den Stich vorgenommem, wird, wenn nötig mit sanftem Druck, zunächst nur etwas Blut aus dem Finger gehoben und der erste dabei entstehende Tropfen mit einem sterilen Tupfer entfernt.
Den nächsten Blutstropfen läßt man dann vorsichtig vom Patientenfinger unterhalb des Objektträgers an demselben anhaften und bedeckt diesen aufgenommenen Tropfen dann umgehend mit dem Deckgläschen.

Die fertige Probe wird auf den Objekttisch des Dunkelfeldmikroskops aufgelegt und dort befestigt.

Bereitmachen des Mikroskops

Im nächsten Schritt wird die Lichtquelle eingeschaltet und der so genannte Dunkelfeldkondensor unterhalb des Objekttischs so freigestellt, das der/die Mikroskopierende eine angemessene Menge Immersionsöl auf dessen Lichtaustrittsöffnung geben kann. "Angemessen" bedeutet hier, etwas 1-3 Tropfen, also eben so viel, dass sich auf dem gläsernen Lichtaustritt des Kondensors ein kleiner "Öltropfen-Hügel" bildet.

Durch die spezielle Bauweise des Kondensors wird das senkrecht von unten einfallende Licht der Lichtquelle auf eine ganz bestimmte Weise umgeleitet und fällt dadurch nicht wie gewohnt senkrecht, sondern von den Seiten kommend auf die Probe. Erst dadurch entsteht die charakteristische Dunkelfeldbeleuchtung.

Ist dieser Schritt erledigt, wird der Dunkelfeldkondensor langsam so weit nach oben in Richtung Objekttisch und dem darauf liegenden Objektträger geschoben, bis der zuvor aufgetragene Immersionsöltropfen von unten am Objektglas anschließt.

Es folgt die Grobeinstellung mit dem kleinsten Objektiv, bei welcher der/die Mikroskopierende die korrekte Einstellung des Lichteinfalls prüft. Das Ziel dieser Einstellung ist zuletzt ein gleichmäßiger, runder, zentraler Lichtfleck in der Probe. So lange dieser spezielle und absolut notwendige Lichtbereich nicht korrekt anliegt, kann keine ordentliche Betrachtung vorgenommen werden.

Mikroskop Novex B mit Dunkelfeldansatz

Mikroskop Novex B, mit angebauter Dunkelfeldbeleuchtung

Ich verwende derzeit ein Novex B-Mikroskop mit 4 Planachromat Objektiven, mit den Vergrößerungen 4 , 10, 40 und 100, wobei das 100’er Objektiv ein Ölimmersionsobjektiv mit Irisblende ist.

Zur Filmaufnahme und Ausgabe des Bildes am Monitor nutze ich eine handelsübliche Videokamera. Die ist via Adapter auf dem trinokularen Ausgang des Mikroskops (im Bild oben hinten, als senkrechtes Rohr mit schwarzen Aufsatzring zu sehen) montiert und mit dem Computer daneben verbunden.

Mit dem zweiten Objektiv erhält man nun schon einen recht guten Eindruck von der Verteilung des Blutes auf der Fläche. Je nach Mikroskop kann man sogar noch eine dritte Vergrößerung ohne weitere Ölzugabe nutzen.

Die eigentliche Blutbeschau erfordert aber eben noch einen weiteren Schritt. Bevor das Ölimmersionsobjektiv ordnungsgemäß (oder besser überhaupt funktionierend) genutzt werden kann, muß auf dem Deckgläschen vorsichtig eine weitere kleine Menge Immersionsöl aufgebracht werden. Erst dann wird das Ölimmersionsobjektiv eingeschwenkt und das Bild über die großen seitlichen Stellräder des Objekttischs scharfgestellt.
Ohne das Immersionsöl wäre die zuletzt erreichte Vergrößerung und Bildqualität mit dem verwendeten Mikroskop nicht möglich.

Blutbeschau

Möglicherweise muss der/die Mikroskopierende nun nur noch ein paar kleinere Anpassungen an Ausrichtung und Schärfe vornehmen um ein optimales Bild zu erreichen. Dann erfolgt die angestrebte Betrachtung und Bewertung des aktiven Bluts.

Da sich zwischen dem aufgelegten, aber nicht angedrückten Deckglas und dem Objektträger eine Art Kammer gebildet hatte, deren Ränder inzwischen ausgetrocknet sind, entstand etwas das man im weitesten Sinne als "Aquarium" ansehen kann. Ein lebendiges Biotop, dass, bis auf die nun fehlende Strömung durch das schlagende Herz, in jeder Hinsicht mit dem Blut des Patienten identisch ist.

Es folgt eine ausgiebige Betrachtung, Klassifizierung und erfahrungsbasierte Begutachtung aller sichtbaren Objekte und Partikel, sowie der sich im Verlauf der Beobachtung zeigenden Prozesse.
Dabei geht es aber, wie eingangs schon vermittelt, eben NICHT um die statistische Auszählung, sondern um die allgemein sichtbare Beschaffenheit der Probe, bzw. deren Bestandteilen.

Im Grunde geschieht diese Betrachtung und Bewertung nicht anders, als die bei der äußerlichen Inspektion, also der untersuchenden Betrachtung des Patienten, seiner Statur, seiner Haltung, seines Hautbildes, seiner Herztöne usw.

Reduziert lassen sich folgende diagnostische Prüfungsaspekte nennen:

  • Wie sehen die einzelnen Blutzellen aus?
  • Wie sind sie beschaffen?
  • Zeigen sie Auffälligkeiten?
  • In welchen Mengen sind welche Elemente zu erkennen?
  • Wie schnell zeigen sich erste Anzeichen von Zersetzung/Gerinnung oder sonstige Belastungskennzeichen?
  • Gibt es erste gesundheitsrelevante Verhaltensanweisungen die an den Patienten weiterzugeben sind?
  • Wie sieht die Probe am nächsten, wie am übernächsten Tag aus?
  • Wie lange "lebt" die Probe insgesamt und welche inhaltlichen Veränderungen durchläuft sie dabei?

Die einzelnen Beschauen werden mit schriftlicher und stichprobenartig auch mit videobasierter Dokumentation begleitet. Sollten sich entsprechende Hinweise ergeben, werden weitere labordiagnostische Tests mit dem Patienten besprochen und entsprechend mit externen Labors umgesetzt. Wie schon im Beitrag zur Milieuregulation beschrieben, folgt nach der Diagnostik für gewöhnlich die individuell zusamengestellte Therapie. Lesen Sie also auch dort gern weiter.

Die komplette Beschau in jeder Einzelheit hier beschreiben zu wollen würde den Rahmen sprengen. Man kann sich aber leicht vorstellen, das diese "Handarbeit" nicht nebenbei und im Schnelldurchgang zu machen ist.

Der Vollständigkeit halber sei jedoch vermerkt, dass es, neben der Art und Weise der Bewertung einzelner Blutbestandteile ("Hämatologie" gegen "Pleomorphie" oder "Biologie" gegen "Medizin" oder gar "Esoterik" gegen "Wissenschaft"), in den  Fachkreisen auch eine unterschiedliche Haltung hinsichtlich der Dauer der Beschau gibt. Ich prüfe eine Probe so lange täglich auf Veränderungen bis sie keinerlei Aktivität mehr zeigt. Das heisst in der Regel etwa 3-5 Tage. Ich hatte aber selbst schon Proben die mehrere Wochen Aktivitäten aufwiesen.

von Alexander Schoenhoff, HP

Heilpraktiker, Dozent, Coach, Mediendesigner, Autor ...und Mensch mit entsprechenden Kurven, Ecken und Kanten. :) Liebt heilen nicht weniger als helfen und lehren mindestens ebenso wie lernen.

Das könnte Sie auch interessieren...