Entzündungswerte

Entzündungswerte helfen dabei Entzündungsvorgänge im Körper anzuzeigen oder unklare Symptome weiter einzugrenzen. Die Entzündungswerte allein sagen nichts ausreichend eindeutiges über das betroffene Organ oder die Ursachen aus. Hierzu bedarf es weiterer, spezifischerer Untersuchungen. 

Bei der Diagnostik von Entzündungen werden mindestens die folgenden maßgeblichen Werte bestimmt:

  • CRP (C-reaktives Protein)
    CRP "markiert" körperfremde Zellen und zerstörtes Gewebe für die Fresszellen des Immunsystems.
    Der CRP-Wert kann auch ohne sonstige Symptome wie erhöhte Leukos oder Fieber erhöht sein.
    Bei Verdacht auf Entzündungen von Galle und Blinddarm, aber auch bei Atemwegsinfekten gehört der CRP zu den wichtigsten Werten. Bakterielle Infektionen erzeugen höhere CRP-Werte als virusbedingte. Das wiederum erlaubt Rückschlüsse auf die grundsätzliche Art es jeweiligen Verursachers. Der Wert hilft in der Folge also auch bei der Entscheidung darüber ob Antibiotika erforderlich sind oder nicht.

    Über den CRP-Wert lässt sich abschätzen, ob es sich um eine chronische oder akute Entzündung handelt. Im Akutfall ist der CRP-Wert um ein Vielfaches höher als beim chronischen Verlauf oder bei einer wiederkehrenden (verschleppten) Entzündung

    Richtwert bei Gesunden: >10 mg/L

    Siehe auch: http://www.lifeline.de/diagnose/laborwerte/crp-wert-id47656.html

  • Leukozyten (werden u.a. über das Blutbild ermittelt)
    Leukozyten, die so genannten weißen Blutkörperchen, vernichten Krankheitserreger. Ihre Anzahl im Blut kann Infektionskrankheiten ebenso wie Krebserkrankungen anzeigen. Ebenso kann eine zu hohe Anzahl von Leukozyten (med.: Leukozytose) auf Bakterien, Leukämie oder auf lokale Entzündungen im Körper hinweisen. Doch auch sportliche Betätigung, rauchen und Schwangerschaft erhöht den Leukozytenwert ebenso wie bestimmte Medikamente.

    Richtwert bei gesunden Erwachsenen: 4.000 - 10.000 Zellen/µl
    Richtwert bei Neugeborenen; bis zu 30.000 Zellen/µl
    Richtwert bei Schulkindern: bis zu 15.000 Zellen/µl

    Siehe auch: http://www.lifeline.de/diagnose/laborwerte/leukozyten-id47729.html

  • Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)
    Die Blutsenkungsgeschwindigkeit, gemessen in mm/h, hängt davon ab, wie viele und welche festen Blutbestandteile vorhanden sind. Eine hoher Wert bedeutet, dass die Trennung des gerinnungsfrei gemachten Venenbluts in Blutplasma und festen Blutbestandteilen vergleichsweise schnell ablief, sich das Sediment also verglichen mit der üblichen altersgemäßen Absetzgeschwindigkeit sehr rasch am Boden des Teströhrchens absetzte.

    Richtwerte bei Männern <=50 Jahren: 3 - 15 mm/h, >50-Jährige max 20 mm/h
    Richtwerte bei Frauen <=50 Jahren: 6 - 20 mm/h, >50-Jährige max 30 mm/h.

    Chronische und akute Entzündungen, Tumoren, Autoimmunerkrankungen und Rheuma können hohe Werte ebenso erzeugen wie Blutarmut (Anämie), Leukämie, Schwangerschaft, anstehende Menstruation oder Einnahme der Antibabypille.

    Ein erhöhter Blutsenkungswert hängt immer damit zusammen, dass spezielle Eiweiße vermehrt im Blut auftreten. Diese Agglomerine genannten Plasmaproteine beschleunigen das Zusammenkleben der roten Blutkörperchen, was in der Folge die BSG erhöht (also mehr mm Absenkung in der gleichen Zeit als normal). Diese Eiweiße ermöglichen also einen Hinweis auf Entzündungsgeschehen im Körper.

    Ist die Blutsenkung zu niedrig, sinken die roten Blutkörperchen zu langsam und die Werte der Blutsenkung sind folglich kleiner als der Normwert. Hierfür kommen folgende Auslöser in Frage:
    zu viele Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Erkrankungen der Blut bildenden Zellen im Knochenmark und Lebererkrankungen.

    Siehe auch: http://www.netdoktor.de/laborwerte/leukozyten/


Entzündungswerte werden von Ärzten und Heilpraktikern bei Verdacht beauftragt. In der Fachmedizin aber auch z.B. generell vor Operationen ermittelt. Denn ein operativer Eingriff stellt für das Immunsystem immer eine zusätzliche Belastung dar, nicht nur wenn der Körper schon mit einer Infektion oder einer anderen Entzündungsreaktion beschäftigt ist - dann aber erst recht.  
Ähnliches gilt auch für andere Therapien, Aktivitäten oder Diäten, welche den Organismus bei vorliegenden Entzündungen deutlich stärker belasten können.

Siehe auch: http://www.lifeline.de/diagnose/entzuendungswerte-id153162.html

 

von Alexander Schoenhoff, HP

Heilpraktiker, Dozent, Coach, Mediendesigner, Autor ...und Mensch mit entsprechenden Kurven, Ecken und Kanten. :) Liebt heilen nicht weniger als helfen und lehren mindestens ebenso wie lernen.